Auf ihrer spannenden Reise durch vier Musikepochen vom Barock über Klassik und Romantik bis zur Moderne beschäftigte sich die japanische Klaviervirtuosin Maya Ando zunächstmit einem Präludium und einer Fuge aus dem „Wohltemperierten Klavier“ von Johann Sebastian Bach, bevor sie mit der Sonate Nr.16 G-Dur den ersten großen Konzerthöhepunkt ansteuerte. Mit bewundernswerter Souveränität filterte die Solistin die heitere Grundstimmung des Werkes heraus. Sehr schwungvollskizzierte sie die teils witzige Thematik des lebhaften Allegro-Satzes und zauberte nach der eingelagerten klanglichen Ruhe-Oase des Adagio-Themas im Rondo- Allegretto-Finale mit flüssig bewegtem Manualanschlag schließlich so eine Art Frühlingsstimmung auf dem Steinway-Konzertflügel. Nach einem modernen Intermezzo in Form der Jazz-Version des Soul-Songs „Lovin’ you“, arrangiert von ihrem Bruder Hiroki Ando, steigerte sich Maya Ando mit den sechs ausgewählten Romantik-Etüden von Ale-xander Skrjabin im Finale zu einem energiegeladenen musikalischen Gewaltakt auf dem Manual. Auf der Basis hochgradiger Virtuosität gab sich die Künstlerin sehr vielseitig: Mal kraftvoll-vital mit rasanten Manualläufen und teils vollgriffigen Akkordsequenzen, mal sensibel-sentimental, manchmal auch schwermütig in reinster elegischer Klangpoesie meisterte sie bravourös die kompositorischen Vorgaben. Da ging kein Ton daneben, das hatte Substanz, das war ganz einfach brillant.
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